Hier informieren wir Sie über die aktuellen Vorgänge im Gemeinderat.
UWG – Stellungnahme zum Voranschlag 2010

Die Budget-Prognosen 2010 sehen bei den österreichischen Kommunen düster aus. Gemäß Gemeindebund werden 2010 rund 600 österreichische Gemeinden nicht mehr ausgeglichen bilanzieren können.
In Waidhofen ist diese Situation durchaus nichts Neues. Seit Jahren warnt die Bürgerliste vor einem drohenden Finanzkolaps und forderte die WVP immer wieder zu mehr Sparsamkeit auf! Bereits die letzten Jahre konnten aufgrund übertriebener Investitionen nicht mehr positiv abgeschlossen werden. Die nun aufgrund der schlechten Konjunkturentwicklung rückläufigen Ertragsanteile sowie der zu erwartende Rückgang der Kommunalsteuereinnahmen bringen die Ybbstalmetropole endgültig ins wanken.
„In der Krise beweist sich der Charakter!“
Über diesen Spruch eines deutschen Politikers sollte heuer jeder Waidhofner Mandatar nachdenken. Jetzt ist nicht die Zeit parteipolitisches Kleingeld zu machen. Die Finanzsituation fordert rasche Lösungsvorschläge und ein konstruktives parteiübergreifendes Abarbeiten der vorhandenen Problemfelder.
Bereits bei der Stellungnahme zum Voranschlag 2008 wurden daher von der UWG nachfolgende Maßnahmen angeregt:
- Laufende Abstimmung der Investitionsplanung auf die Budgetsituation mit
entsprechender Prioritätenreihung.
- Einbringung „nicht fälliger Verwaltungsforderungen“ (z.B. Schlosshotel).
- Optimierung der Geschäftsprozesse im Hinblick auf den Personalbedarf.
- Entwicklung / Einführung von Berichten über den Gebarungsvollzug der einzelnen Bereiche als laufende Information für die politischen Klubs.
- Kostenüberschreitungen bei der Abwicklung von Projekten wie sie beim Schulzentrum passiert sind, dürfen nicht mehr vorkommen. Bei der Abwicklung derartiger Projekte sind zukünftig vorab klare personelle Verantwortlichkeiten zu definieren.
Vieles unserer Forderungen wurde in den heurigen Budgetverhandlungen berücksichtigt und im so genannten 10 Punkte Programm aufgenommen. Auch die Auflösung der Sparformen (€ 2,5 Mio. an Wertpapieren) wurde von der UWG eingebracht und im Voranschlag 2010 aufgenommen. Insbesondere durch diese Maßnahmen können wir im nächsten Jahr ausgeglichen bilanzieren und größere Einschnitte in den angebotenen Gemeindeleistungen vermeiden.
Das alleine ist aber leider noch nicht die Lösung des Waidhofner Finanzproblems. Die Ertragsanteile und die Kommunalsteuer werden sich in den nächsten Jahren nicht verbessern. Überdies sind kurzfristig keine größeren auslaufenden Kreditzahlungen in Aussicht.
Investitionen müssen aus diesem Grund in den nächsten Jahren auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Parallel dazu müssen wir aber auch im ordentlichen Hauhalt noch Einsparungsmöglichkeiten finden und die Einnahmen erhöhen. Unser sozialer Auftrag muss aber jedenfalls gewahrt bleiben!
Der Mittelfristige Finanzplan wurde für die Jahre 2011 bis 2013 auf Basis einer Fortschreibung des Status qua erstellt. Damit soll veranschaulicht werden, dass in den nächsten Jahren ohne weitere Maßnahmen kein ausgeglichen Budget mehr möglich ist. Eine dementsprechende Erläuterung zu dieser Vorgehensweise wurde aufgrund unserer Aufforderung nun nachträglich eingearbeitet.
Im Zuge der gemeinsamen Erarbeitung des Voranschlages 2010, des mittelfristigen Finanzplanes und des 10 Punkteprogramms wurde erstmalig ein Parteiübergreifendes Finanzkonzept erstellt, welches Waidhofen fit für zukünftige Investitionen macht. Nun geht es um die Umsetzung und das ständige Einmahnen von Budgettreue. Eine Aufgabe der wir uns im kommenden Jahr gerne stellen werden. Auf folgende Punkte wird die UWG bei der Umsetzung besonders achten:
- Einsparungen auch im ordentlichen Haushalt. Hier sind aus unserer Sicht Reduktionen bei den WY-News und im Bereich von Mehrleistungsstunden möglich.
- Absolute Sparsamkeit im außerordentlichen Haushalt. Aufschließungen im 10 Punkte Programm dürfen nicht mehr Kosten als Nutzen bringen. Hier sind daher Kooperationen mit privaten und genossenschaftlichen Bauherrn zu erarbeiten. Die Stadt kann sich derzeit keinen hohen Invest leisten!
- Überprüfung der Dienstautos im Zuge eines Kontrollauschusses und Erarbeitung eines kostengünstigeren Fuhrparkkonzepts (z.B. in Kombination mit Car Sharing)
Die UWG wird aus den oben angeführten Gründen für den Voranschlag 2010 und auch für den mittelfristigen Finanzplan zustimmen. Wir möchten uns bei allen Beteiligten für Ihre intensive Arbeit bedanken und sind uns sicher, dass wir damit die ersten Schritte aus der Krise gesetzt haben.
Künstliche Besamung - Zusatzantrag

In den Tierzuchtgesetzen bzw. Tierzuchtförderungsgesetzen der Länder ist die Vatertierhaltung geregelt. Dabei haben die Gemeinden recht umfassende Pflichten, so müssen sie zum Beispiel für die Vatertierhaltung sorgen.
Die Durchführung dieser Pflichten wurde früher vorwiegend den Viehzucht- oder Stierhaltegenossenschaften übertragen. Die Haltung der Vatertiere und die Kosten wurden dabei teilweise oder ganz übernommen. Mit der künstlichen Besamung hat die Stierhaltung an Bedeutung verloren und es wurde der Betrag, der für die Stierhaltung erforderlich war zunehmend als Zuschuss zur Besamung umgelegt.
In der Gemeinderatssitzung vom 21.12.2009 wird der Zuschuss für die Besamung nun abgeändert. So entfällt ab 1. Jänner der Wochenendzuschlag und der Zuschuss wird von € 11,4 auf 12 € erhöht.
Die Abrechnung kann gemäß Gesetz direkt zwischen Tierarzt und Gemeinde, aber auch zwischen Bauer und Gemeinde durchgeführt werden. Die Entscheidung hierfür trifft die Gemeinde.
Um die Papierkram für unsere Bauernschaft möglichst gering zu halten, wurde daher nachfolgender Änderungsantrag seitens UWG eingebracht:
„Die Abrechnung soll weiterhin zwischen Besamungstierarzt und der Gemeinde direkt erfolgen 10 Punkte Programm im nächsten Gemeinderat

10 Punkte zum Sparen in der Stadt hat die WVP vorgeschlagen.
Die Bürgerliste kann sich vorstellen, die meisten der Einsparungsvorschläge mitzutragen. Um entsprechend notwendige Summen zu erreichen, sind klare Aussagen dazu nötig.
Die Bürgerliste will daher vorerst der WVP konkrete Vorschläge zu ihren Forderungen vorlegen. Hier sollte sich beispielhaft zeigen, ob die WVP ihre „Einsparungs-Gebote“ auch ernst nimmt.
Thema 1) Die WVP will die städtischen Kosten für die Mandatare verringern.
Ja der Bürgerliste, wenn dieses Ziel folgendermaßen geregelt wird.
a) Bezüge des Bürgermeisters, der Vizebürgermeister, der Stadt- und Gemeinderäte bis zur nächsten Wahl (2012) auf die Bezüge des Wahljahres 2007 zurücknehmen.
b) Keine städtischen Handys mehr für Mandatare.
c) Städtische Dienstautos müssen auf Privatanteile überprüft und diese Privatanteile der Stadt abgeliefert werden.
d) Kein gebührenfreies Parken in der Kurzparkzone Innenstadt für Dienstfahrzeuge, daher mehr Parkflächen für Gebührenzahler und damit höhere Einnahmen der Stadt.
Thema 2) Die WVP will die städtischen Wohnungen und Geschäftshäuser neu bewerten.
Ja der Bürgerliste, wenn diese Zielvorgaben auf alle städtischen Wohnungen und Geschäftshäuser und auf alle städtisch unterstützten Betriebe, entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz, angewendet werden.
a) Sofortige Einforderung aller öffentlich bekannten Außenstände (öffentlich einschaubarer RA), insbesondere die bisher offene Umsatzbeteiligung beim Schloss an der Eisenstrasse.
b) Offenlegung aller Außenstände, welche Wohnungsinhaber oder Geschäftsmieter- bzw. Pächter der Stadt gegenüber haben (natürlich nur im Finanzausschuss)
Thema 3) – Angebot der Bürgerliste zu einer sachlichen Diskussion:
Die WVP will ein von der Bürgerliste bereits im Jahre 1992 (Gemeinderatswahl) gefordertes Wasserkraftwerk bei der Winterwehr errichten.
Ja der Bürgerliste, vorausgesetzt Stadtrat Rechberger kann aufgrund einer Einschau in das Wasserbuch (liegt im Magistrat auf) die dazu notwendigen Daten für ausreichend erachten. Die Bürgerliste hat zu diesem Kraftwerk 1992 viel Vorarbeit geleistet, daher ist es notwendig, den derzeitigen Stand von Wassermenge, Fallhöhe usw. mit damals zu vergleichen.
Fest steht dabei allerdings, dass die gemeinde nicht als Bauherr auftreten soll. Die Erfahrungen von Baumaßnahmen der Stadt (Schulzentrum, Heimatsaal, Ybbsteg usw.) zeigen auf, dass hier immer unfassbare Kostenüberschreitungen mit einher gingen.
Thema 4) - Die WVP will einen großangelegten Ausbau von Wohnungen außerhalb der inneren Kernzone der Stadt.
Bürgerliste dazu: Eine weitere Errichtung von einer größeren Anzahl von Wohnungen (Reihenhäusern usw.) außerhalb des inneren Stadtgebietes ist nur dann möglich, wenn private oder genossenschaftliche Bauherren und Verantwortliche dafür bereitstehen. Auch die Mittel für die Aufschließungsstrassen von neuen Ansiedlungen dürfen die Finanzen der Stadt nicht belasten, hier wäre eine Vorfinanzierung durch die Bauwerber nötig.
Wichtiger als neue Baugründe aufzuschließen ist eine Verbesserung der Voraussetzung zur Wohnungssanierung in bestehenden Wohngebieten innerhalb des inneren Stadtgebietes.
Zusatzthema für Einsparungen ab 2010: „NEWS“
Amtliche Nachrichten haben den Sinn, die Bürger über Gemeindeangelegenheiten zu informieren. Diese amtlichen Nachrichten „NEWS“ genannt, haben sich sowohl sachlich als auch finanziell in den letzten 12 Jahren „fehlentwickelt“
Dies muss ab 2010 geändert werden.
a) Die „Amtliche Nachrichten“ dürfen nur solche Themen beinhalten, welche im Gemeinderat verhandelt, abgestimmt und genehmigt wurden. Dabei ist jedenfalls auch das Abstimmungsergebnis einzubinden. Auf Wunsch des Bürgermeisters können Statements der Fraktionen beigefügt werden. Werden vom Bürgermeister zu einem Thema Statements erwünscht, stehen diese auch allen anderen Fraktionen zu. Zusätzlich können in den amtlichen Nachrichten natürlich noch alle jene Themen, welche an der „Amtlichen Tafel“ verlautbart werden, veröffentlicht werden.
Das Vorwort der amtlichen Nachrichten steht dem Bürgermeister ebenfalls zu.
b) Die amtlichen Nachrichten müssen ab 2010 finanziell auf jene Basis gestellt werden, wie dies zuletzt unter Bürgermeister Sobotka (1997 trotz Wahljahr) üblich war.
Dies bedeutet, dass der Budgetposten Öffentlichkeitsarbeit (inklusive der amtlichen Nachrichten „NEWS“) höchstens ca. den dreifachen Eurobetrag der Einnahmen dieser Kostenstelle betragen darf.
Vergleich:
RA 1997 Einnahmen 445.000.- Schilling = ca. 32,400.- Euro
Ausgaben 1,424.000.- Schilling = ca. 104,000.- Euro
Voranschlag 2010 Einnahmen 4,000.- Euro
Ausgaben: 122,000.-
Es sind also für 2010 die Einnahmen durch Inserate entsprechend zu steigern oder die Ausgaben radikal zu kürzen.
Zahlen, Daten, Fakten aus dem Gemeinderat
Wissen Sie dass, ....
- die Kosten beim Schulzentrum von etwa € 2,6 Millionen auf rund € 5,2 explotiert sind
- die reinen Baumeisterarbeiten beim Rotschildschloss rund € 1,8 Millionen ausmachen. Das sind € 800.000 mehr als veranschlagt.
- der Bürgermeister freihändig € 2,6 Millionen (über 30 Millionen ATS) ohne Gemeinderatsbeschluss ausgegeben hat. Z.B.:
a) Milchglas - Kristallsaal ohne Kristalle
b) Behübschung des KUBUS
c) Planungshonorar des Stararchitekten Hollein explotierten
d) Acht KUBUS – Blumentröge am Stadtbrunnen € 5.600,--
e) Ankauf von Blumentrögen, Sitzwürfel, Fahnen und Wimpel für die Innenstadt zum Betrag von € 37.200,--
- das Waidhofen zu den am meist verschuldeten Gemeinden Österreichs gehört
- das der Brunnen am oberen Stadtplatz 4.000 Liter Trinkwasser pro Stunde verbraucht
In Summe wurden in den letzten Wochen vom Bürgermeister ca. 150 Dringlichkeitsverfügungen unterschrieben. Welcher der oben angeführten Punkte verdient eine Dringlichkeitsverfügung? Ist das, dass von der WVP geschnürte Demokratiepaket?